Was Hydrokultur ist, braucht man heute kaum noch zu erklären. Die Pflanztöpfe mit den Tonkügelchen und dem Wasserstandsanzeiger kennt jeder aus Banken, Großraumbüros und Hotelhallen. Aber auch Zimmergärtner schätzen immer mehr das erdlose System mit dem geringen Pflegeaufwand.
Blühende Vielfalt
Als die Hydrokultur noch in den Kinderschuhen steckte, war sie ein fast ausschließlich grünes Vergnügen. Heute, nach 30 Jahren Hydro-Erfahrung, gibt es immer mehr Blütenpflanzen in den Tonkügelchen: neben den Klassikern wie Einblatt (Spathiphyllum), Anthurie und Usambaraveilchen auch Hibiskus, Begonien, Gardenien, Fleißige Lieschen und viele mehr. Selbst Orchideen fühlen sich im Blähton wohl.
Reizvolle Gefäße für die Zimmerdekoration
Die Hydrotöpfe der frühen Jahre waren aus weißem oder braunem Kunststoff. Heute dominieren Keramik in schönen Farben und Terrakotta. Silberglänzende Gefäße aus Edelstahl sind nach wie vor gefragt. Wer mehrere Pflanzen als "Zimmergarten" kombinieren will, kann zu runden Schalen, rechteckigen Kästen (ideal für schmale Fensterbänke) oder Bodengefäßen greifen. Besonders attraktiv wirken Ampeln, bepflanzt mit einem Katzenschwanz (Acalypha), einer imposanten Schamblume (Aeschynanthus) oder einem Weihnachtskaktus (Schlumbergera). Der Hauptvorteil von Ampelpflanzen in Hydrokultur: Das Gießproblem in luftiger Höhe ist stark reduziert.
Eine natürliche Klimainsel in der Wohnung schaffen Zimmerbrunnen kombiniert mit Hydropflanzen. Sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit im Raum, was vor allem im Winter sehr wohltuend ist, denn durch zu trockene Luft steigt die Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten.
Hydropflanzen richtig "gießen"
Bei Hydropflanzen sollte allerdings das übliche Gießverhalten im Verhältnis zur Erdkultur überdacht und verändert werden. Der Wasserstand in den Gefäßen darf nur so hoch gewählt werden, dass Wurzelspitzen nicht zu tief ins Wasser eintauchen. Hierbei ist der Wasserstands- bzw. Feuchteanzeiger genau zu kontrollieren. Die meisten Zimmerpflanzen vertragen einige Tage trockene Bedingungen besser als zu nasse Verhältnisse im Wurzelbereich. Ähnliches gilt auch für die Kultur in Seramis. Das körnige Seramisgranulat ist jedoch in der Lage Wasser zu speichern, so dass die notwendige Wurzelfeuchte lange erhalten bleibt, ohne dass häufig Wasser nachgefüllt werden muss. Je nach Zimmertemperatur verdunstet die Feuchtigkeit unterschiedlich schnell. Deshalb muss besonders im Winterhalbjahr auf den Temperaturverlauf am Standort der Pflanzen geachtet werden. Schon eine nächtliche Temperaturabsenkung kann von Bedeutung sein. Vor allem auf Fensterbänken und dem Boden der Räume besteht die Gefahr, dass es zu Unterkühlung im Wurzelbereich und damit zu Wurzelfäulen und Pflanzenschäden kommt. Sinken die Raumtemperaturen auch nur kurzfristig unter 15 °C, ist der Wasserstand auf die Markierung "Minimum" abzusenken.
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